Bribri Indianer – Karibik Küste (Costa Rica)

21.04.2017

Bribri Indianer – Reserva Indigena de Talamanca

Ist ein kleines indigenes Volk in Costa Rica, 1% der Bevölkerung besteht aus Indios, es gibt mehrere Stämme. Sie leben in einem Reservat, das liegt nur 20 min. von Puerto Vijeo entfernt, nahe der Grenze zu Panama. In diesem Reservat darf niemand Land kaufen, es gehört den Bribri! Sie haben sich bestimmte Rechte von der Regierung erkämpft und sprechen eine eigene Sprache.

Die Familien, die wir besucht haben, leben im heutigen Standard in Häusern, die teilweise von der Regierung zur Verfügung gestellt wurden. Jedoch versuchen sie ihre ursprüngliche Kultur nicht zu vergessen. So steht ein originaler Rundbau, der früher für viele Zwecke verwendet wurde auf dem Grund der Familie des Schamanen. Angeblich der einzige! Der Rundbau ist aus Holz und Palmenblätter gefertigt, keine Nägel, kein Metall  Dieser Bau hat auch eine spirituelle Bedeutung. Der besondere Lichteinfall im Nebel des Feuers gab dem Ganzen schon ein mystisches Flair.

Schamanenlehrling

 Schamane

Schamane

Sie haben nach wie vor einen Schamanen, er ist 72 Jahre und hat pechschwarze Haare (angeblich bekommen Schamanen keine weißen Haare). Er ist westlich gekleidet bis auf die Symbole ein Latz (aus Pflanzenfasern gemacht), ein Stock, und einen Stoffbeutel (auch aus Pflanzenfasern).

Der Schamane erwartet uns im Rundbau, sitzend auf einen kleinen Hängematte ausgestattet mit den Tributen eines Schamanen. Die Ausbildung zum Schamanen dauert 20 Jahre! Und man beginnt sie mit 7 Jahren. Das Kind begleitet den Schamanen bei der Suche nach heilenden Pflanzen und Wurzeln (von denen es echt viele gibt!). Diese, Blätter, Beeren, Wurzeln, Früchte werden meist zu einem Tee verarbeitet und den Kranken eingeflößt. Aber es gibt auch blutstillende Blätter, oder ein Gegengift bei Schlangenbissen. All das kommt von der Natur und wir staunen über das immense Wissen des alten Mannes. Noch heute gehen die Bribri zu ihrem Schamanen, wenn sie krank sind. Bei ernsthaften Erkrankungen suchen sie ein Krankenhaus auf. Ich durfte auch auf einer Trommel spielen, die mit Schlangenhaut bespannt war.

Zeremonie

Gerhard und ich durften einer kleinen Zeremonie beiwohnen. Zuerst saßen wir am Feuer und der Schamane hielt einen Zweig ins Feuer, dann fuhr er damit über unseren Körper. Der 2. Akt bestand darin, dass er eine Feder in eine Flüssigkeit tauchte. Wir mussten die Augen schließen und mit indianischem Gesang strich er über unsere Gelenke und Gesicht. Wir lernen auch ein paar Wörter in ihrer Sprache, habe sie schon wieder vergessen.

Besuch bei einer Familie

Es ist der Bruder des Schamanen. Wir bringen den Kindern Lollies mit und ein kleines Mädchen war besonders süß.

Naturlehrpfad

Dort wurde uns auf einem Naturlehrpfad viele Dinge aus der Natur, zum Beispiel die Erzeugung von Naturfasern, Chinin, Pflanzen und Früchte gezeigt. Wir lernen eine Frucht kennen, wenn man die lange lutscht, dann schmeckt alles Süß, stimmt wirklich! Ausprobiert mit einer extrem sauren Frucht. Sehen Kurkuma (wird als Gewürz und Färbemittel auch Heilmittel angewendet) sehen  aber auch uns vertraute Pflanzen, wie Muskat, Zimt. Anhand praktischer Beispiele erfahren wir viel über das Jahrtausende überlieferte Wissen, dieses Naturvolkes und sind tief beeindruckt wie verbunden sie mit der Natur sind.

Interessant ist auch die Herstellung von Trinkgefäßen und Flaschen aus einer bestimmten Frucht. Die werden auch kunstvoll bemalt, aus den Pflanzenfasern werden auch kleine Taschen gefertigt und es werden auch Vogelfedern kunstvoll bemalt.

Schokolade

Die Herstellung von Schokolade von die Ernte über Trocknung und Fermentierung der Kakaobohne bis zur Röstung und am Ende die Erzeugung der Kakaomasse ist unvergesslich. Wir bekamen eine Kostprobe mit einem Stück Banane (war mir zu bitter, Gerhard fand es super) und letztendlich wurde eine heiße Schokolade nur mit Wasser und etwas Zucker hergestellt. Ich bin wahrlich kein Freund von Kakao, aber der war delicious! Danach Lunch: Huhn mit Yucca (schmeckt fast wie Kartoffel) in einem Blatt serviert und mit den Fingern gegessen. So wie früher halt.

Wasserfall

Angeblich einer der schönsten in der Gegend. Es gibt 2, einen größeren und einen kleineren. Eine super Abkühlung! Ich habe mich so an meine Jugend erinnert. Da versteckten wir uns immer hinter dem Wasserfall (nannten wir Kastensitzen, warum auch immer) dann ließen wir uns wegspülen. Natürlich musste ich das auch hier ausprobieren, Bingo, hat geklappt. Herrlich!!!

Nachdem wir wieder aufgestiegen sind, erfrischten wir uns mit Bier und Fanta. Aaron hat mir versprochen nach Faultieren Ausschau zu  halten. Tatsächlich, auf der Rückfahrt entdeckte er drei Stück. Raus aus dem Auto und mit Handy heranzoomen. Sie sind ja meist in den Baumkronen sehr hoch oben,auf relativ dünnen Ästen zum Schutz vor Angreifern. Aber ich habe sie auch in der Natur gesehen. Now I’m happy!

Faultier

Atlantik versus Pool

Der Atlantik ist schon lässig zum Baden, das Spielen mit den Wellen und manchmal wird man dann so richtig durchgeschwemmt. Dagegen hat der Pool Badewasser Temperatur, also nicht erfrischen. ABER man kann an der Bar herrliche Drinks genießen, ohne dass es einem kalt wird.

Weitere Bilder auf Flickr!


2 Kommentare

  1. Klugscheisser Marcel behauptet, dass das der Atlantik ist auf der karibischen Seiten :-) Indianer Ausflug klingt jedenfalls empfehlenswert.

  2. Ilse

    Lieber Marcel, das war Absicht um zu checken wie aufmerksam unsere Leser sind. ;-)))

    (Wird natürlich geändert! Danke für den Hinweis!)

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